Volkswagen und Griechenland wollen das Verkehrssystem der Mittelmeerinsel Astypalea auf E-Fahrzeuge und regenerative Energien umgestellen.

Neue Mobilitätsdienste wie Car-Sharing oder Ride-Sharing sollen dazu beitragen, den Verkehr zu reduzieren und zu verbessern. Der Strom werde vorwiegend aus lokal erzeugter, regenerativer Solar- und Windenergie kommen. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren.

Elektrisches Car- und Ridesharing

Im Mittelpunkt des Projekts steht ein neues Verkehrssystem mit smarten Mobilitätsdiensten wie einem ganzjährig arbeitenden, elektrischen Ride-Sharing-Dienst, der den heute noch sehr begrenzten Busverkehr attraktiver machen soll. Zusammen mit lokalen Partnern wird ein Teil der traditionellen Fahrzeugvermietung in ein Car-Sharing umgewandelt, das neben E-Autos auch E-Roller der Volkswagentocher Seat sowie E-Bikes anbietet. Allein dadurch soll die Fahrzeugflotte auf der Insel deutlich reduziert werden.

Insgesamt sollen rund 1.500 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch rund 1.000 Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Volkswagen setzt dabei auf seine neue Elektroauto-Familie ID. mit den aktuellen Modellen ID.3 und ID.4, weitere Baureihen sind geplant. Auch Nutzfahrzeuge der lokalen Wirtschaft sowie Behördenfahrzeuge – wie Polizei, Krankenwagen und der Fuhrpark des öffentlichen Sektors – sollen elektrifiziert werden. Die Wolfsburger wollen zudem auf der gesamten Insel die Wallboxen von Elli installieren, um eine umfassende Ladeinfrastruktur zu gewährleisten.

Vorreiterrolle für nachhaltigen Tourismus

Astypalea ist eine Insel in der südlichen Ägäis mit einer Fläche von etwa 100 Quadratkilometern, etwa vergleichbar mit der Insel Sylt. Sie hat ca. 1.300 Einwohner und wird jährlich von etwa 72.000 Touristen besucht. Astypalea verfügt derzeit nur über ein sehr eingeschränktes öffentliches Verkehrsangebot mit zwei Bussen, die nur einen kleinen Teil der Insel bedienen. Gegenwärtig wird der Energiebedarf fast vollständig aus fossilen Energiequellen gedeckt. In Zukunft soll die Insel eine Vorreiterrolle für nachhaltigen Tourismus übernehmen. Ein Pfeiler dieses Vorhabens ist der Umstieg auf nachhaltige Mobilität