Der Athener Staatsreformer Kleisthenes stammte aus der Familie der Alkmeoniden und wurde wahrscheinlich noch unter dem Tyrannen Hippias zum Archonten ernannt, musste jedoch bald aus Athen fliehen. Durch finanzielle Zuwendungen an das Orakel von Delphi erwirkte er einen Orakelspruch, der es dem Spartanerkönig Kleomenes auferlegte, die Tyrannis in Athen zu stürzen. Nach erfolgter Vertreibung des Hippias im Jahre 510 v. Chr. kehrte er aus der Verbannung nach Athen zurück. Dort entmachtete er etwa 508 v. Chr. durch systematische Reformen der Staatsverfassung die Partei der Oligarchie und führte so die Demokratie in Athen ein. Um ein Wiederaufleben der Adelsherrschaft unmöglich zu machen, teilte er das Staatsgebiet in zehn so genannte Phylen ein, die ihrerseits aus zehn sich selbst verwaltenden Unterabteilungen bestanden. Die Volksversammlung, der alle Athener Bürger angehörten, wählte demzufolge für jede der Phylen fünfzig Abgesandte in den Rat der Fünfhundert, die athenische Regierung.