An der Nordküste des Marathongolfes erhebt sich der 39 Fuß hohe Tumulus über den Gebeinen von 192 Athenern,
die in der Schlacht bei Marathon fielen, und so nicht nur ihre Stadt, sondern auch ganz Europa retteten.
Miltiades Schlachtplan war eine Zangenbewegung seiner 10.000 Athener, um das Zentrum der persischen Armee zu vernichten.


Um die Schlacht bei Marathon rankt sich die Legende des Boten Pheidippides.
In der verbreitetsten Version der Geschichte soll Pheidippides die Kunde des Sieges vom Schlachtfeld in das
ungefähr 40 km entfernte Athen gebracht und nach Überbringung der Nachricht auf dem Areopag an Erschöpfung gestorben sein.
Diese Entfernung dürfte allerdings für einen geübten Läufer keine Schwierigkeit dargestellt haben, und da
sich diese Legende erst bei Plutarch, der ca. 600 Jahre nach der Schlacht lebte, findet, muss sie für Erfindung
bzw. attische Propaganda gehalten werden.

Diese Erzählung bildet die Grundlage des modernen Marathonlaufs, der erstmals anlässlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen ausgetragen wurde.
Seit 1982 gibt es den Athen-Marathon, der auf dieser Strecke stattfindet und sein Ziel im Athener Olympiastadion von 1896 hat.

Der Bote, der nach Athen entsandt wurde, um den Sieg zu verkünden, starb nach dem anstrengenden Lauf. Paradoxerweise ist der Marathonlauf noch heutzutage eine sportliche Ausdauerprobe.

Herodots Überlieferung
Ende August des Jahres 490 vor Christus landeten die Streitkräfte des Achämenidenreichs unter Dareios I. auf dem griechischen Festland bei Marathon mit der Absicht, die Stadtstaaten Griechenlands zu unterwerfen. Der athenische Herrscher Miltiades schickte deshalb einen Botenläufer namens Pheidippides mit einem Hilfegesuch nach Sparta. Einen solchen Läufer nannte man im antiken Griechenland Hemerodromos (ἡμεροδρόμος).

Der Bote soll die Strecke von ca. 245 km in weniger als zwei Tagen zurückgelegt haben. Die Spartiaten teilten ihm jedoch mit, dass sie ihr laufendes Fest Karneia nicht unterbrechen dürften (so ein Orakelspruch) und folglich den Athenern frühestens in sechs Tagen militärischen Beistand leisten könnten. Somit waren die Athener in der Schlacht bei Marathon auf sich alleine gestellt.

Plutarch und Lukian

Erst Plutarch erzählt mehr als 500 Jahre später unter Berufung auf ein verlorengegangenes Werk
des Herakleides Pontikos von einem Boten, der nach der Schlacht von Marathon nach Athen gelaufen sei,
und nennt diesen Thersippos oder Eukles. Lukian griff diese Geschichte ein Jahrhundert später auf
und gibt als Namen für den Läufer „Philippides“ an, was zu der Verschmelzung dieser legendären Gestalt
mit dem historisch verbürgten Pheidippides beitrug.


Die Texte dieser beiden relativ späten Autoren bilden die einzigen Überlieferungen vom Marathonläufer.
Sie sind jedoch weniger Zeugnisse für die Geschichtlichkeit des Marathonläufers, sondern geben eher
Anlass zum Zweifel an seiner Historizität. Daher wird die Frage nach der Geschichtlichkeit des
Marathonläufers mit z. T. unterschiedlichen Begründungen heute überwiegend negativ beantwortet.