Die Schiffbauer von Ägina

Die Schiffbauer von Ägina sind ein fester Bestandteil der maritimen Tradition der Insel und halten die Kunst des Holzschiffbaus am Leben – eine 2.000 Jahre alte Tradition, die mittlerweile vom Aussterben bedroht ist.

Aegina blickt auf eine lange Geschichte im Schiffbau zurück, wobei die „Karnagia“ das Zentrum dieser Tätigkeit bilden.

Die Schiffszimmerleute, auch als Schiffsbauer bekannt, bearbeiten Holz, um traditionelle Boote wie beispielsweise Ruderboote zu bauen oder instand zu halten......

Die kleinen oder größeren traditionellen Boote, die seetüchtig sind, mit ihrer besonderen Form und ihrer ganz eigenen Art, den Wetterbedingungen des Saronischen Meeres zu trotzen, meist weiß gestrichen, prägen das einzigartige Bild im Hafen von Ägina.

Ein untrennbarer Bestandteil einer insularen Kultur, die darum kämpft, sich zu bewahren und Geschichten sowie Lebensweisen zu erhalten.

Fast mythische Silhouetten, die sich vor dem blauen Himmel abzeichnen – Bilder, die sich tief ins Bewusstsein von Ägina eingegraben haben.

Hinter den weißen Segeln, den gepflegten Decken mit den gelben Netzen und dem Duft der Maulbeeren verbirgt sich eine langjährige Tradition, die auf der Kunst des Schiffbau- und Tischlerhandwerks, den Werften und der Leidenschaft des Schiffbauers beruhte, eine Kunst, die auf der Insel langsam verschwindet, und doch sind die Erinnerungen, die sie in sich trägt, kostbar, ein schwerer Schatz.

Trotz ihrer historischen Bedeutung ist diese Kunst im Niedergang begriffen, da die jüngere Generation diesen Beruf nicht mehr ergreift und die Holzkonstruktionen durch Kunststoffkonstruktionen ersetzt werden.

Die Schiffbauer von Ägina sind historisch belegt; fotografische Zeugnisse zeigen ihre Tätigkeit im Hafen von Ägina bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts (1894–1895).

Brüder Peppa Brüder Peppa

Die Werft der Brüder Peppa, direkt unterhalb der archäologischen Stätte von Kolona, vervollständigte das Bild von Ägina, das sich dem Besucher bot, sobald das Schiff wendete, um im Hafen anzulegen. Die hölzernen Rümpfe – manche im Bau, andere zur jährlichen Wartung – ragten dort am Ufer empor, während die Handwerker sie trotz der sengenden Sonne liebevoll pflegten oder sie aus der Ferne betrachteten, wenn der Regen die Arbeit behinderte.

Ohne Strom und ohne die heutigen Werkzeuge, die die Arbeit erleichtern, nahm die Werft der Brüder Vangelis und Panagiotis Peppa bereits vor dem Krieg ihren Betrieb auf. Zunächst in der Gegend von Panagitsa und später unterhalb von Kolona. Es gab viel zu tun: Die Fischerboote, die Lebensader von Ägina, wurden dort und in der Werft von Asprakis, einer heute modernen Werft in der Gegend von Kavouropetra, gebaut und repariert.

 Vangelis und Panagiotis Peppa  Vangelis und Panagiotis Peppa

Irgendwann Anfang der 90er Jahre wurde die Werft geschlossen. Sie stand eine Zeit lang leer, bis der Fischereiverband die Genehmigung erhielt, dass die Fischer dort ihre Boote anlegen und selbst reparieren durften, ohne dafür etwas bezahlen zu müssen. Das Gebiet, das einst vor Leben sprühte, verlor mit der Schließung der Werft seinen Puls.

Ihre Schiffbaukunst ist eng mit der Fischerei und der Schwammfischerei verbunden, die zu den wichtigsten traditionellen Berufen der Insel gehörten.

Die Schiffswerften von Ägina sind keine einfachen Handwerksbetriebe, und ihre Schiffbauer sind keine einfachen Handwerker. Sie sind die letzten Dichter einer maritimen Mythologie, die die Geschichte in Holz meißeln.

Jedes Mal, wenn ein traditionelles Boot durch ein seelenloses Kunststoffboot ersetzt wird, versinkt ein Stück der griechischen Seele in Vergessenheit.

Wie Nektarios Kontovrakis in „Skaria tis Thalassas“ betont, ist der Schatz, den diese Erinnerungen in sich bergen, schwer.

Die Erhaltung des Holzschiffbaus ist keine bloße romantische Nostalgie für die Vergangenheit. Sie ist eine dringende Verpflichtung gegenüber der kulturellen Identität des Saronischen Meeres.

Wenn wir zulassen, dass die „Leidenschaft der Schiffbauer“ erlischt, dann wird der Hafen von Ägina seinen Charme verlieren und unsere Meere werden ihrer schönsten Silhouetten beraubt sein.

Athen Magazin bedankt sich für den tollen Artikel

Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou

Der original Artikel in griechisch ??? klick hier