Thermalbäder von Souvala

"Die Geschichte der Thermalbäder von Souvala: Blütezeit und Vergessenheit der „Thermen“ von Ägina"


"Die Geschichte der Thermalbäder von Souvala: Blütezeit und Vergessenheit der „Thermen“ von Ägina"

Die Thermalbäder von Souvala auf Ägina gehören zu den charakteristischsten, aber auch zu den in Vergessenheit geratenen Kapiteln des griechischen Kur-Tourismus.

Fast ein Jahrhundert lang war die Nordküste der Insel ein Anziehungspunkt für Tausende von Besuchern aus ganz Europa. Heute steht das verlassene Hydrotherapiezentrum als stiller Zeuge einer Ära kosmopolitischer Blüte, wissenschaftlicher Entdeckungen und natürlicher Reichtümer.

Thermalbäder von Souvala Thermalbäder von Souvala


Die Verbindung der Region zum Wasser reicht weit in die Vergangenheit zurück. Schon der Name „Souvala“ leitet sich von den unterirdischen oder in Felsen gehauenen Wasserbehältern ab, die es in dieser Gegend bereits seit der Antike gab.

Der Standort der Bäder hieß früher „Therma“. Die Bewohner der Insel kannten die an der Küste sprudelnden Quellen schon sehr früh, da sich das warme, schwefelhaltige Wasser durch seinen intensiven Geruch und seine konstante Temperatur von bis zu 25,4 °C auszeichnete.

Die offizielle Geschichte der Bäder beginnt im Jahr 1884, als die erste offizielle chemische Analyse des Wassers durchgeführt wurde. Diese Untersuchung brachte zwei verschiedene Quellen mit einem hohen Gehalt an Spurenelementen ans Licht.

Jede Quelle konnte die Anlage täglich mit etwa 53 Kubikmetern Heilwasser versorgen.

Aufgrund ihres hohen Schwefelgehalts gelten diese Gewässer als ideal zur Behandlung von Rheuma, Arthritis, Hautentzündungen und gynäkologischen Erkrankungen.

Nachdem ihre Eigenschaften bestätigt worden waren, entwickelten sich die Quellen von Souvala rasch zu einem der bedeutendsten Kurorte Europas.

Thermalbäder von Souvala

Im 20. Jahrhundert wurde am Strand das Gebäude des Hydrotherapiezentrums errichtet. Die Gegend veränderte sich, und das kleine Fischerdorf erhielt Hotels, Zimmervermietungen und die nötige Infrastruktur, um den Ansturm der Besucher – der Badegäste – aufzunehmen.

Jahrzehntelang reisten Familien, ältere Menschen, aber auch die damalige Stadtbevölkerung ausschließlich nach Ägina, um ihren Sommerurlaub mit einer Kur zu verbinden.

Der Countdown für die Bäder begann Ende des 20. Jahrhunderts. Die letzte umfassende geologische und hydrologische Untersuchung des Geländes fand 1983 statt.

Der allmähliche Niedergang war vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen, nämlich …

Die massiven Eingriffe, die touristische Erschließung der Region und die natürlichen Veränderungen des Bodens führten zu einer Schwächung der Quellen, während die wichtigste Oberflächenquelle an der Küste nicht mehr mit derselben Intensität sprudelte, wodurch der Betrieb des Hydrotherapiezentrums unrentabel wurde.

Das Gebäude wurde endgültig geschlossen, dem Zahn der Zeit und Vandalismus überlassen, während die Umgebung neu gestaltet wurde.

Heute hat sich der Strand von Loutra völlig gewandelt und zählt zu den beliebtesten, gut ausgestatteten Sandstränden von Ägina, der aufgrund seines seichten Wassers ideal für Familien ist.

Die Geschichte ist jedoch nicht vollständig in Vergessenheit geraten. Jüngste Initiativen lokaler Akteure und unabhängiger Forscher haben einen vielversprechenden Befund ans Licht gebracht.

Nach Probebohrungen an der Küste wurde bestätigt, dass das Thermalwasser unter Wasser weiterhin genau an derselben Stelle sprudelt.

Diese Entdeckung hat den Dialog zwischen den Einwohnern und der Gemeinde Ägina über eine zukünftige, zeitgemäße Nutzung dieses historischen Reichtums wieder in Gang gebracht.

Die Thermalbäder von Souvala sind nicht nur ein Relikt der Vergangenheit,
sondern ein Symbol für das ungenutzte Potenzial von Ägina.

Das alte Hydrotherapiezentrum steht, wenn auch vom Zahn der Zeit gezeichnet, am Rande des kosmopolitischen Strandes und erinnert die Passanten an die Blütezeit der „Thermen“.

Da aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Natur ihr heilendes Wasser unter der Meeresoberfläche nach wie vor großzügig zur Verfügung stellt, bleibt die Zukunft ungewiss.

Die Wiederbelebung der Thermen durch ein modernes und nachhaltiges Entwicklungsmodell könnte eine Brücke zwischen der glorreichen Geschichte des 19. Jahrhunderts und den heutigen Bedürfnissen schlagen und Souvala den Platz verschaffen, den sie auf der weltweiten Landkarte des Gesundheits- und Wellness-Tourismus verdient.

Text von Dionysis Papadimitriou

Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou

Übersetzung: Athen Magazin