
"Eine Reise durch die Zeit: Aegina in 1950 Durch die Linse eines Fotografen"
Ein Schwarz-Weiß-Foto, aufgenommen vom Deck eines Schiffes, das durch die Gewässer des Saronischen Meeres pflügt, reicht aus, um uns ins Aegina der 1950er Jahre zu versetzen.
Das Tagebuch spielt Mitte des vergangenen Jahrhunderts, und der Blick des Betrachters wird von der vertrauten und doch so fremd anmutenden Silhouette des nordwestlichen Kaps der Insel in der Gegend von Plakakia gefesselt.
Im Mittelpunkt des Bildes steht der historische „Leuchtturm von Akra Plakakia“. Der 1881 aus dem traditionellen, lokalen Porolith (dem berühmten Aegina-Porolith) erbaute, 9 Meter hohe zylindrische Turm steht als wachsamer Wächter der Seefahrer.
Für die Einheimischen spielt der offizielle Name jedoch immer nur eine untergeordnete Rolle.
Alle kennen es als „Das Leuchtfeuer von Bouza“.
Dieser Name birgt seine ganz eigene Menschengeographie in sich, die auf den Spitznamen des Vaters von Yannis Besis zurückgeht, dem letzten Leuchtturmwärter, der dort lebte.
Auf dem Foto ist übrigens deutlich das alte Leuchtturmhaus (die Wohnung des Leuchtturmwärters) zu erkennen, ein Gebäude, das neben dem Leuchtturm stand und später, in den 1950er Jahren, abgerissen wurde.
Der architektonische und historische Wert dieses steinernen Leuchtturms wurde vom Kulturministerium offiziell anerkannt, das ihn zum Denkmal der neueren griechischen Geschichte erklärte.
Etwas weiter daneben, hoch oben auf den Felsen, erhebt sich die malerische, schlichte Kapelle der Heiligen Apostel Petrus und Paulus.
Es wurde aus dem für Ägina typischen beigen Stein erbaut und ist für jeden Reisenden, der sich dem zentralen Hafen nähert, der erste geistige und visuelle Willkommensgruß.
Seine Schlichtheit, gepaart mit der rauen Meereslandschaft, schafft eine Kulisse mit dem unverfälschten Flair der Kykladen im Herzen des Saronischen Meeres.
Im Hintergrund des Bildes, links, durchschneidet ein kleines Boot die See und steuert auf den Hafen zu. Es handelt sich um das legendäre Schiff „Niki“, eines der ersten Schiffe, mit denen der berühmte Reeder Yannis Latsis begann, sein Imperium aufzubauen und die griechische Küstenschifffahrt im Argosaronischen Meer grundlegend zu verändern.
Die „Niki“ bildete zusammen mit ihren späteren Schwesterschiffen, wie beispielsweise der „Neraida“, die Lebensader für Ägina in der Nachkriegszeit und beförderte Waren, Einheimische, aber auch die ersten romantischen Urlauber jener Zeit.
Heute ist der „Leuchtturm von Akra Plakakia“ automatisiert, das Haus des Leuchtturmwärters existiert nicht mehr, und die alten kleinen Fähren sind modernen, schnellen Schiffen gewichen.

Dennoch ist der Zauber der Gegend in Plakakia ungebrochen. Dieses Foto ist nicht nur ein historisches Dokument, sondern ein Fenster zu einem reineren, ruhigeren Griechenland, in dem das Leben im Rhythmus der Lichtsignale des Leuchtturms und des Pfeifens des Linienschiffs verlief.
Text: Dionysis Papadimitriou
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
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Übersetzung: Athen Magazin


