"Ägina 1920: Wirtschaft und Alltagsleben am Strand vor der alten Seebrücke"
Ein wertvolles Schwarz-Weiß-Foto aus dem Sommer 1920, das in den digitalisierten Sammlungen von ELIA der Kulturstiftung der Nationalbank (MIET), versetzt uns mit einzigartiger Präzision in das pulsierende Leben des Hafens von Ägina.
Die Aufnahme vom 26. Juli 1920, (wie auf der Rückseite des Fotos vermerkt) richtet die Kamera auf die Uferpromenade und hält die Fassaden der Gebäude fest, die direkt gegenüber dem alten Pier emporragten und in der Zwischenkriegszeit das pulsierende Zentrum des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens der Insel bildeten.
Das Foto verdeutlicht die ursprüngliche Bebauungslinie des Strandes, die sich größtenteils im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts herausgebildet hat.
Die zwei- und dreistöckigen Gebäude des Dorfes mit ihren klassischen Holzläden, den Balkonen und den schlichten Linien verbinden die neoklassizistischen Einflüsse jener Zeit mit der traditionellen Inselarchitektur.
Im Erdgeschoss befanden sich in den großen, offenen Räumen Geschäfte, Schifffahrtsagenturen, Cafés und Lagerräume für Waren. Die oberen Stockwerke hingegen dienten als Wohnräume für die Kaufleute und Bürger der Insel. Diese gemischte Nutzung war typisch für die Häfen jener Zeit, da Leben und Arbeit untrennbar mit der Hafenpromenade verbunden waren.
Der alte Kai, vor dem das Foto aufgenommen wurde, war der wichtigste Ein- und Ausgang für Menschen und Güter.
Im Vordergrund zeugen die traditionellen Holzboote und Kaiki, die am Kai festgemacht sind, von der Bedeutung der Fischerei und der Seeschifffahrt. Die großen, weißen Stoffmarkisen, die vor den Erdgeschossen gespannt sind, spendeten in den heißen Sommermonaten den notwendigen Schatten. Unter ihnen arbeiteten, handelten und unterhielten sich die Menschen von Ägina – wie die Gestalten, die man auf dem Kai umherlaufen sieht –, und machten diesen Ort zum lebendigsten Herzstück der Insel.
Dieses Foto ist Teil des umfangreichen Fotoarchivs von ELIA-MIET. Durch solche Zeugnisse bleibt das Bild von Ägina vor den heutigen touristischen und städtebaulichen Eingriffen erhalten. Die Fassaden dieser Gebäude gegenüber dem alten Pier bilden die historische Grundlage, auf der sich der heutige kosmopolitische Strand der Insel entwickelt hat, und erinnern uns an die Wurzeln ihrer maritimen und kommerziellen Identität.
Text: Dionysis Papadimitriou
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou
Übersetzung: Athen Magazin


