„Die ‚Arbeiter‘ der griechischen Straßen:
Die dreirädrigen Pick-ups im Hafen von Ägina in den 70er Jahren“
Das Bild, auf dem eine Reihe klassischer leichter Nutzfahrzeuge (Pick-ups) im Hafen von Ägina zu sehen ist, direkt gegenüber der Kirche der Panagitsa in den 1970er Jahren, ist ein lebendiges fotografisches Dokument einer ganzen Epoche.
Diese Fahrzeuge waren nicht nur Transportmittel, sondern bildeten das Rückgrat der lokalen Wirtschaft und des täglichen Überlebenskampfes in der griechischen Provinz und auf den Inseln.
In den 1960er und 1970er Jahren erlebte Griechenland einen beeindruckenden Aufschwung in der Herstellung und Montage von leichten Nutzfahrzeugen. Aufgrund der günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen für Dreiräder (die als Motorräder eingestuft wurden) erlebten Dutzende griechischer Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen ein rasantes Wachstum.
Die „Mediterranean Enterprises for Industry, Trade and Representations“ (MEVEA) gehörten zu den größten Akteuren jener Zeit. Das Unternehmen begann mit der Produktion eigener Fahrzeuge und arbeitete später eng mit dem britischen Unternehmen Reliant zusammen, um äußerst beliebte dreirädrige Kleintransporter (wie den Reliant TW9 und den legendären MEBEA ST150) herzustellen.
Auf dem Foto weisen Fahrzeuge wie das grüne mit der erhöhten Fahrerkabine die gestalterischen Merkmale dieser Schule auf.
Zwei weitere große griechische Hersteller, die auf den Straßen dominierten und robuste Dreiräder mit Motoren vor allem der deutschen Firmen BMW oder Heinkel anboten, waren Alta & Styma.
Neben der heimischen Produktion kamen auch importierte italienische Fahrzeuge auf den Markt (wie die legendären Modelle Moto Guzzi Ercolino, Piaggio Ape oder Innocenti Lambro), die oft als Vorbilder für griechische Patente und Konstruktionen dienten.
Die dreirädrigen Pick-ups waren die absoluten Alleskönner der 70er Jahre, insbesondere auf einer Insel mit regem Handels- und Landwirtschaftsbetrieb wie Ägina.
Der Ort, an dem sie auf dem Foto geparkt sind, ist kein Zufall. Die Dreiräder warteten auf die Ankunft der Linienschiffe, um Waren, Lebensmittel für die Geschäfte der Insel, Baumaterialien oder sogar das Gepäck der ersten Massentouristen jener Zeit abzuholen.
Es war das wichtigste Transportmittel für die berühmten landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Insel, vor allem für die Erdnüsse aus Ägina, aber auch für den Transport von frischem Fisch von den Trawlern zu den Märkten und Tavernen.
Die traditionellen Gassen von Ägina und die schmalen Landstraßen waren für große Lastwagen unzugänglich. Das Dreirad konnte dank seiner geringen Breite und seines hervorragenden Wendekreises bis vor die Tür jedes Hauses und jedes Geschäfts fahren.
ich habe diesen auf dem Weg nach Portes fotografiert
Für den griechischen Klein- und Mittelunternehmer war das Dreirad eine erschwingliche Investition. Die niedrigen Anschaffungskosten, die günstigen Kfz-Steuern und die einfache Wartung (oft mit mechanischen Teilen aus Motorrädern) ermöglichten es Tausenden von Familien, ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Dieses Bild strahlt die Herzlichkeit und Authentizität des Griechenlands der 70er Jahre aus. Diese bunten Straßenarbeiter mit ihren charakteristischen, lärmenden Motoren mögen heute zwar durch moderne, vierrädrige Pick-ups ersetzt worden, doch sie bleiben untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Nachkriegszeit und der Ästhetik der griechischen Identität von Ägina in ihrem einfachen Alltag verbunden.
Text: Dionysis Papadimitriou
Copyright für Text und Foto bei Dionysis Papadimitriou
Facebook: Dionysis Papadimitriou
Übersetzung: Athen Magazin
Fotos in groß ??? anklicken. . .



