Stelios-Papalambropoulos-Natura-2000

Griechenland treibt neue Rechtsvorschriften voran, die strenge Grenzen für die städtische Ausdehnung in Natura-2000-Gebieten festlegen, als Teil umfassenderer Bemühungen zur Regulierung der Landnutzung in Schutzgebieten.

Der Gesetzentwurf, der Artikel 19 des Gesetzes 1650/1986 ändert, liegt nun den parlamentarischen Ausschüssen vor, nachdem die öffentliche Konsultation am 14. April abgeschlossen wurde.

„Die Maßnahme zielt darauf ab, dem Druck durch ungeplante Bautätigkeit und fragmentierte Bebauung in stark nachgefragten Gebieten entgegenzuwirken, wo das Fehlen von Instrumenten zur kontrollierten Expansion zu unkoordinierten Bautätigkeiten beigetragen hat“, erklärte das Ministerium für Umwelt und Energie.

Strenge Grenzen für die Expansion

Gemäß dem Vorschlag wären Erweiterungen von Stadtplänen oder Siedlungsgrenzen nur innerhalb der Gebiete der Zone 4 zulässig – die für eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen ausgewiesen sind.

Quelle: gov.gr
Verteilung der Natura-2000-Schutzgebiete in Griechenland. Das Netzwerk umfasst 446 Gebiete mit einer Gesamtfläche von 58.773 km², darunter 239 Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (SCI), 181 besondere Schutzgebiete (SPA) und 26 Gebiete mit doppelter Ausweisung.

Selbst in diesen Zonen wäre die Ausdehnung auf 20 Prozent ihrer Gesamtfläche begrenzt, während für die drei inneren Schutzzonen weiterhin die bestehenden strengen Beschränkungen gelten.

Jede Ausdehnung würde Folgendes erfordern:

• die Genehmigung durch eine spezielle Umweltverträglichkeitsprüfung, die bestätigt, dass keine Auswirkungen auf die ökologische Integrität des Gebiets bestehen
• die Umsetzung durch lokale oder spezielle Stadtentwicklungspläne

Alle bestehenden Schutzmaßnahmen – einschließlich der Beschränkungen für Bebauungen in Wäldern, Waldgebieten und archäologischen Zonen – bleiben in Kraft.

Ausdehnung von Natura 2000 in Griechenland
Etwa 28 Prozent der Landfläche Griechenlands fallen unter das Natura-2000-Netzwerk, darunter ganze Siedlungen sowie wichtige Infrastruktur, die bereits vor der Ausweisung dieser Gebiete bestand. Mehr als 2.000 Siedlungen und über 450.000 Einwohner befinden sich innerhalb des Netzwerks.

Das Ministerium vertritt die Auffassung, dass die EU-Rechtsvorschriften eine gezielte Regulierung der Landnutzung anstelle eines pauschalen Bebauungsverbots zulassen, sofern die Naturschutzziele gewahrt bleiben. Der Rahmen umfasst zudem Bewertungskriterien, Umweltüberwachung, Maßnahmen zum Schutz von Lebensräumen und die Konsultation lokaler Gemeinschaften.

Der Gesetzentwurf ist Teil umfassenderer Bemühungen, eine strukturiertere Raumplanung in Gebieten einzuführen, in denen Siedlungen und geschützte Ökosysteme nebeneinander bestehen.