Das Diachronische Archäologische Museum liegt an der
Küste von Agathonisi, am Fuße des Hügels mit Blick auf die archäologische Stätte
von Kastraki. Bildquelle: Griechisches Kulturministerium


Auf Agathonisi, der nördlichsten Insel des Dodekanes, wurde ein neues archäologisches Museum eröffnet. Damit hat das griechische Kulturministerium seit 2019 bereits die 33. neue oder vollständig renovierte Kultureinrichtung fertiggestellt. Agathonisi liegt an einer strategisch wichtigen Stelle zwischen dem Dodekanes, der Ägäis und Kleinasien.

Das Diachronische Archäologische Museum wurde kürzlich von Präsident Konstantinos Tasoulas in Anwesenheit von Kulturministerin Lina Mendoni eingeweiht, was die Bedeutung des Projekts für eine der abgelegensten Inselgemeinden Griechenlands unterstreicht.

Das Diachronische Archäologische Museum befindet sich in Kastraki, innerhalb der gleichnamigen archäologischen Stätte, neben einer Festung aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., die bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. als Teil des Verteidigungsnetzes des antiken Milet genutzt wurde. Das Ministerium beschreibt das Projekt als Teil umfassenderer Bemühungen zur Stärkung der kulturellen Infrastruktur auf den kleineren und abgelegeneren Inseln Griechenlands.

Präsident Konstantinos Tasoulas und Kulturministerin Lina Mendoni leiteten
die Einweihungsfeier, an der auch regionale und lokale Amtsträger teilnahmen.
Bildquelle: Griechisches Kulturministerium


In ihrer Rede bei der Feier erinnerte Mendoni daran, dass das Projekt bis ins Jahr 2010 zurückreicht, als sie und der Archäologe Pavlos Triantafyllidis erstmals darüber sprachen, die Ausgrabungen in Kastraki in das Förderprogramm INTERREG Griechenland-Zypern einzubeziehen.

Die Ausgrabungsarbeiten begannen 2013 parallel zu den Planungen für das Museum, doch der Bau kam zwischen 2015 und 2019 zum Stillstand, bevor er 2020 mit Unterstützung aus dem Aufbau- und Resilienzfonds wieder aufgenommen wurde.

„Das neue Museum stärkt den Zusammenhalt unserer Inselbewohner und erfüllt sie alle mit Stolz“, sagte Mendoni.

Im Inneren des Museums

Zu den ausgestellten Fundstücken gehören Keramikgefäße und Münzen aus
den verschiedenen Besiedlungsphasen der Stätte, die bis ins 3. Jahrtausend v. Chr.
zurückreichen. Bildquelle: Griechisches Kulturministerium


Das Museum sowie die damit verbundenen Modernisierungsmaßnahmen an der archäologischen Stätte und der Ausstellungsinfrastruktur wurden durch aufeinanderfolgende Fördermittel aus dem INTERREG-Programm Griechenland-Zypern, dem Nationalen Entwicklungsprogramm des Kulturministeriums und dem Aufbau- und Resilienzfonds finanziert und stellen eine Investition von mehr als 2,8 Millionen Euro dar.

Das Museum erstreckt sich über zwei Ebenen und präsentiert die Geschichte der Insel mit besonderem Schwerpunkt auf Funden aus der Fundstätte Kastraki.

Im Erdgeschoss werden Artefakte aus den verschiedenen Phasen der antiken Festung sowie Zeugnisse menschlicher Besiedlung aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gezeigt.

Im Obergeschoss werden anhand umfangreichen audiovisuellen Materials das Militärleben und der Alltag, Produktionszweige wie Imkerei, Metallverarbeitung, Gerberei und Töpferei sowie Handel, antike religiöse Praktiken, die byzantinische Zeit und das heutige Leben auf Agathonisi beleuchtet.